Schloss Gaienhofen

Von Papierblumen und Schweinsaugen

Interessante Unterrichtsprojekte

Unterrichtsinhalte sind vielfältig - und ein Blick über den eigenen Tellerrand lohnt sich bei Kollegen immer. Als Eltern ist es immer lehrreich, Interesse für das zu zeigen, was im Unterricht so passiert. Mit viel Akribie und Herzblut wird da gearbeitet ...

Hier präsentieren wir zwei Beispiele der eher ungewöhnlichen Art aus Klasse 10: das Präparieren eines Schweineauges (10b) und die Kreation eines freien Objekts mit gefalteten Papierchen (10a).

 

 

Präparation eines Schweineauges von Yaren Yildirim Klasse 10B

Meinen emotionalen Zustand während der Präparation würde ich als sehr stabil deuten. Schon im Vorhinein hatte sich eine große Vorfreude für das kommende praktische Unterfangen entwickelt und aus diesem Grund war Ich sehr motiviert, die theoretisch erarbeiteten Informationen in der Praxis beobachten zu können.

Bevor wir angefangen haben das Schweineauge zu präparieren, machten wir uns vorerst einen Eindruck des äußeren Erscheinungsbildes. Man konnte schon sehr deutlich die weiße Sclera (= Lederhaut) erkennen, die das Auge umgibt und vor äußeren Einflüssen schützt. Ebenfalls ließ sich die Cornea (= Hornhaut) andeuten, welche man aber erst mit einem Blick in das Innere deutlich erkennen konnte. Auch die Pupille, die Öffnung (ca. ? 0,8cm) der Regenbogenhaut, welche für den Lichteinfall verantwortlich ist, stach mit der Iris (ringförmig ? 0,5cm) zusammen deutlich hervor. Im Gegensatz zu der Sclera sah sie von außen betrachtet schwarz aus. An der Sclera herum waren noch vereinzelte Reste der Augenmuskulatur. Diese waren mit Ausnahme des vorderen Teiles des Auges überall verteilt aufzufinden. Auf der „Rückseite“ des Auges, genau gegenüber der Pupille, war ein weißlicher Reststummel des Nervus Opticus ( = Sehnerv ) erfassbar.  

Um das Auge besser sezieren zu können, entfernten wir die Augenmuskulatur und weiteres Gewebe. Anschließend versuchten wir mit dem Skalpell in die Sclera einzuritzen, was sich als etwas schwierig erwies, da die Lederhaut viel robuster und fester war als angenommen.  Nachdem wir es aber schließlich geschafft hatten in die Sclera einzuschneiden, nahmen wir uns eine Schere und schnitten einmal um das Auge herum und halbierten es somit. Während dieser Prozedur kam uns schon der Glaskörper zusammen mit der Linse entgegen. Die Form der Linse war sehr schön erhalten. Durchsichtig und wie eine Halbkugel geformt entsprach sie genau unseren Vorstellungen. Aus diesem Grund ließ sich auch sehr gut beobachten, dass die Linse, wenn man sie auf ein Blatt auflegt, die Buchstaben darauf vergrößert. Die Linse befindet sich hinter der Regenbogenhaut und ist über die Zonularfasern am Ziliarmuskel befestigt. Mit Hilfe dieses Muskels kann die Linse aktiv verformt werden. Durch die damit hervorgerufenen, unterschiedlichen Wölbungen kann der Brechwinkel optimal gesteuert werden. Diesen Vorgang nennt man Akkommodation. Leider war aber unser Glaskörper nicht gut erhalten. Dennoch konnte man sehr gut erkennen, dass der Glaskörper durchsichtig ist und eine geeleartige Konsistenz hat. Der Glaskörper gibt dem Auge Formstabilität.

Schließlich konnten wir das geöffnete Auge betrachten. Das Auffälligste und das was uns als erstes ins Auge gesprungen ist, war die Retina ( = Netzhaut ). Mit der über ihr liegenden schwarz-braunen Pigmentschicht kleidete sie fast das komplette Innere des Auges aus.  Die Retina des menschlichen Auges ist mit den sogenannten Photorezeptoren ausgestattet, die lichtempfindlich reagieren. Die Rezeptoren lassen sich in zwei Typen unterteilen, welche als Zapfen und Stäbchen bekannt sind. Die Zapfen sind für das Farbsehen zuständig und werden in drei Zapfentypen unterschieden. Es gibt die S-Zapfen, welche auf blau reagieren, die M- Zapfen, welche auf grün reagieren und die L- Zapfen, welche auf rot reagieren. Die Namen der einzelnen Zapfentypen kommen durch den jeweiligen Wellenlängenbereich auf den die einzelnen Zapfen regieren zustande (short, medium und long). 

Die Stäbchen sind für das Sehen in der Dämmerung beziehungsweise in der Nacht zuständig. Diese besitzen eine besondere Lichtempfindlichkeit. Beide Rezeptorenarten nehmen Reize durch das Licht auf und leiten diese als elektrische Impulse durch den Sehnerv an das Gehirn weiter. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Zapfen in der Sehgrube (= Fovea centralis) und die Stäbchen in der Umgebung vorzufinden sind. Die Fovea Centralis selbst liegt im sogenannten gelben Fleck. Dieser ist der Punkt, der am weitesten von der Linse entfernt ist und auch der Ort des schärfsten Sehens.  In diesem Bereich sind die Zapfen besonders dicht zusammengedrängt. Unter der Retina befindet sich die Aderhaut, welche für die konstante Blutversorgung verantwortlich ist. Diese ist dunkelrot und sehr dünn. Leider konnte man auch auf Grund dessen diese nicht erkennen.

Ein Blick auf die gegenüberliegende Seite zeigt die Öffnung des Auges. Die Pupille reguliert mit der Iris zusammen den Lichteinfall der auch als Pupillenreflex bekannt ist. Diese ist von einer durchsichtigen Hornhaut überzogen, welche das Innere des Auges schützt. Und tatsächlich ist sie durchsichtig genug um durchzuschauen. Um die Pupille herum war auch von Innen die Regenbogenhaut zu erkennen gewesen.

 

 


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