Schloss Gaienhofen

Freude, Freude!

Rückblick auf das 27. Weihnachtsspiel an Heilig Abend

„Freude, Freude“ sangen, unter Leitung von Schulkantor Siegfried Schmidgall, 60 Kinder mit sichtbarer Begeisterung. Im Familiengottesdienst an Heiligabend in der Evangelischen Melanchthonkirche nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 sowie einzelne 'musicalerfahrene' Mitschüler der 6. Klasse der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen mit dem gleichnamigen Weihnachtsmusical die Gottesdienstbesucher durch ihre Songs und ihre Lebendigkeit mit ins Geschehen der Weihnachtsgeschichte hinein. 

Undenkbar wäre das Ganze ohne Musik (Arrangements/Siegfried Schmidgall), Instrumente (Saxophon/Kathrin Honz, Trompete/Martina Welte, Klarinette/Selina Weiermann, Schlagzeug/ Thomas Schmidt), Szene, Kleidung und Regie (Sabrina Merk), Ton und Licht (Tom Franklin, Lennart Hart).

Nachdenkliche und witzige Texte, Kamele, Hirten am Feuer, Schafe, Engel und Römer – es gab für alle etwas zu sehen und hören, für Kinder und Eltern. Die Solisten, die sich gelungen mit dem Chor abwechselten, sangen souverän und fesselten mit vielen kleinen Gesten ihre Zuhörer. Jeder in der Kirche - die wie jedes Jahr bis auf den letzten Platz gefüllt war - konnte mit Maria auf der beschwerlichen Reise bangen und sich mit den Hirten über die Geburt Jesu Christi wundern. Soldaten bezogen im Stechschritt Posten und verkündeten den Befehl des Kaisers, die geschäftstüchtigen Leute von Bethlehem freuten sich mit den Wirtsleuten über die Vorteile der Volkszählung und witterten gute Geschäfte. Hirten staunten über die Botschaft der Engel und folgten, begleitet von vielen Schafen (Kinder der Kinderkirche) dem Stern von Bethlehem, ebenso wie die Könige in prächtigen Gewändern, die mit ihrer Karawane zur Krippe zogen und Geschenke brachten. 

Josef (Marvin Petersen) und Maria (Madeleine Röhrle) - eine große Aufgabe, die die beiden jungen Darsteller auch gesanglich hervorragend meisterten - stellten die Kernfrage des Abends: "Warum kommt Gott zu mir?" und gaben, zusammen mit dem Chor, die treffende Antwort: "... weil er mich so lieb hat!" Die Herolde (Tim Voigt und Annika Renz) unterstützten die Dramatik der Handlung in ihren Rollen ebenso wie Marie Sasse, Lilli Simon und Alina Walter als Erzähler.

Diese Frage: „Warum ich? Wie kommt Gott ausgerechnet auf mich? Was ist denn an mir dran?“ griffen Pfarrer Roland Klaus und Schulpfarrer Arnold Glitsch-Hünnefeld in ihrer Dialogpredigt auf und spannen den Gedanken fort: Maria hielt sich nicht für besonders hübsch und nicht für besonders reich – auch mit Klugheit und Liebenswürdigkeit könne sie nicht aufwarten. Und wieder war es der Chor, der die Antwort darauf fand: Gott brauche keinen „Einsatz“, keine Gegenleistung – seine Liebe den Menschen gegenüber reicht aus, um auserwählt zu sein und sich als etwas Besonderes fühlen zu dürfen. 

Kinderaugen leuchten, es wird warm in den Herzen der Gottesdienstbesucher. Im Kirchenraum wird es spürbar: das Stauen über das Wunder – aus nüchternen Realisten werden begeisterte Menschen. So verzauberten die Schüler mit ihrem Singen, das mit dem Schlusssong „Freude, Freude“ seinen Höhepunkt fand, und stecken die Gottesdienstbesucher mit neuer Weihnachtsfreude an. (D. Fischer/M. Bischofberger)

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