Schloss Gaienhofen

Wenn aus Ohren Augen werden

Gretel Singer zu Besuch im Religionsunterricht

Am Dienstag dem 10. April 2018 war Frau Gretel Singer zu Gast im katholischen Religionsunterricht. Sie ist Jahrgang 1930 und Oma der Schülerin Maren Singer, diese schlug auch vor: „Meine Oma könnte dazu gut erzählen...“

Als Zeitzeugin der NS-Zeit konnte sie über ihre Kindheit und Jugend in einem Dorf bei Emmendingen lebendig erzählen. Die Schüler lauschten und zeigten sich sehr interessiert; das war Geschichts- und Religionsunterricht hautnah! Vieles vorher schon im Unterricht Gehörte bekam sichtbare Gestalt und konnte mit persönlichen Eindrücken gefüllt werden. 

Groß war der politische Einfluss in der NS-Zeit in der Schule und es war schwierig, dem auch zu widerstehen oder gar etwas entgegenzusetzen. So wurden die Kinder aufgefordert, ihre eigenen Eltern anzuzeigen, wenn sie sich nicht ordnungsgemäß verhielten. Auch vom Kontakt mit einer jüdischen Frau und von deren Schicksal konnte sie so lebendig erzählen, als sei es gestern gewesen. Das schöne Reitpferd wurde der Familie genommen: „Für Kriegszwecke!“ , so hieß es - doch es gab einen Trost. Sie bekamen als Ausgleich einen alten Schimmel. Dieser Schimmel war das Spielzeug der Kinder, an ihm wurde geturnt, wurden Mutproben gemacht usw. 

Woran es liegt, dass sie trotz der oft schweren Zeit so lebensfroh und zufrieden ist? Sie meinte, es seien die Gene und die positive Lebenseinstellung und dass jeder in dieser Zeit schon früh Verantwortung bekommen und übernommen hat. 

„Das hat mir jetzt auch gut getan, hier zu erzählen:  so war ihr Resümee.“  ...und uns auch! Wir danken Frau Singer für Ihren Besuch.

Irmgard Sauter


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