Schloss Gaienhofen

Unsere Siebtklässler berichten aus Indien

"...ein außergewöhnlicher Schulaustausch..."

Schloss Gaienhofen hat ein neues Austauschprogramm. Anders als vergleichbare Partnerschaften an anderen Schulen, unterhält Gaienhofen seit Ende des vergangenen Jahres eine Partnerschaft mit einer Privatschule in Indien, dem Mayo College. Das Mayo College liegt in der Stadt Ajmer im nordwestlichen Bundesstaat Rajasthan. Unterteilt in ein Mädchen- und ein Jungeninternat gehen hier rund 1,500 Schülerinnen und Schüler aus ganz Indien zur Schule. Das Mayo College wurde 1875 während der britischen Kolonialzeit gegründet und ist heute eine der führenden Schulen des Landes mit einem breiten naturwissenschaftlichen, sprachlichen, künstlerischen und sportlichen Angebot. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Die Schüler des Mayo können aber auch Sprachen wie Deutsch erlernen.

Anfang November 2017 machten sich 13 Schülerinnen und Schüler aus den 7. Klassen der Realschule und des Gymnasiums am Schloss Gaienhofen für zwei Wochen auf den Weg nach Indien, wo ihnen von der Schule und ihren Austauschpartnern ein sehr herzlicher Empfang bereitet wurde. Sie konnten im dortigen Internat wohnen, am Schullalltag teilnehmen, bald neue Freundschaften schließen sowie ganz neue Essgewohnheiten kennen lernen – auch wenn es manchmal sehr scharf war. Neben dem regulären Unterricht konnten die Gaienhofener Schülerinnen und Schüler viele der extra-curricularen Angebote des Mayo ausprobieren. So standen auch Golfen, Klettern, Reiten, Schießen, Yoga sowie das Anfertigen von Holzdrucken und Papier auf dem Programm. Auch Fußball wurde gespielt. In einem Freundschaftsspiel gegen die indischen Schüler verloren die Deutschen leider – allerdings waren deren Gegenspieler auch drei Jahre älter.

Die Gaienhofener bekamen aber auch die Möglichkeit, über den gut behüteten Tellerrand des Mayo College hinauszublicken und ganz verschiedene Facetten Indiens kennenzulernen. Die Gruppe besuchte etwa den traditionellen Markt in Pushkar, einen Jain-Tempel außerhalb von Ajmer sowie den Ranthambore Nationalpark. Dort sah die Gruppe viele verschiedene Tiere in freier Wildbahn, darunter mehrere Tiger. Weitere Etappen waren die ehemaligen Hauptstädte des alten Mogulreiches Fatehpur Sikri und Agra im benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh. In Agra besuchte die Gruppe u.a. das Taj Mahal und das Rote Fort. Die letzte Station vor dem Rückflug war die Stadt Jaipur. Besonders in Erinnerung blieb hier ein Besuch in einem Elefantendorf, wo die Gaienhofener unmittelbar Kontakt mit den Tieren haben konnten – sie durften sie streicheln, füttern, reiten, bemalen und natürlich wieder sauber machen.

Insgesamt blieben viele Eindrücke, neue Freundschaften und eine Menge guter Erinnerungen sowie die Erkenntnis, dass man sich auch in gänzlich anderen Kulturkreisen bereits nach einer kurzen Zeit sicher und sprachlich souverän bewegen kann. Nun freuen sich die Gaienhofener auf den Besuch ihrer indischen Austauschpartner im Mai 2018. Ein schöner Beginn einer außergewöhnlichen Schulpartnerschaft! (D. Schumacher)

Am vergangenen Donnerstag waren Vorstandsmitglieder der Messmer-Stiftung zu Gast in Gaienhofen. Die Stiftung hatte in ihrer diesjährigen Ausschüttung das dreijährige Pilotprojekt "Globale Schule" mit 3000€ in drei aufeinanderfolgenden Jahren bedacht und unterstützt damit neben dem Rudersport auch den weiteren Ausbau des Schüleraustausches mit Indien durch eine großzügige Summe (siehe hierzu auch den Beitrag "Freude über Förderung der Messmer-Stiftung"). Die begleitenden Lehrer, Daniel Schumacher und Erwin Pfaff, sowie Teilnehmer der Indien-Reise hatten sich gemeinsam mit Mitgliedern der Ruder-AG und der Schulleitung zu einer kleinen Presserunde zusammengefunden, um den Vertretern der Messmer-Stiftung von ihren Erfahrungen und Vorhaben zu berichten. Diese ließen sich von der spürbaren Begeisterung anstecken, mit der unsere "Indien-Fahrer" ihre Eindrücke aus einer für uns Europäer fremden Kultur schilderten. Die interessierten Nachfragen seitens der Stiftungsmitglieder wurden ausführlich und charmant beantwortet; diese nahmen die Gewissheit mit, dass die finanzielle Förderung an dieser Stelle auf fruchtbaren Boden gefallen war und hier eine wertvolle Grundlage für einen Austausch von kulturellen Erfahrungen gelegt werden konnte, die in den kommenden Jahren weiter wachsen soll. 


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