Schloss Gaienhofen

Reformation und Musik

Ein Vortrag mit Renaissancemusik

"Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich" - so beschreibt Martin Luther die Bedeutung der Musik für den Glauben. Luther war geübter Sänger und begeisterter Lautenspieler, seine Vertonungen von Psalmen haben sich bis heute ihren festen Platz in unserem Gesangbuch erhalten und sind als Manifestationen von Luthers unerschütterlichem Glauben auch eindrucksvolle Dokumente seiner Zeit. Seit Luther ist der Gemeindegesang wesentliches Merkmal eines Gottesdienstes und somit der Beginn einer eigenen protestantischen Kirchenmusiktradition. Die Schulgemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde auf der Höri laden im Rahmen des Reformationsjahres zu einer Vortragsreihe ein, in der drei Schwerpunkte reformatorischen Wirkens thematisiert werden: Nach "Reformation und Bildung" Ende Oktober stand am 9. November die Musik im Mittelpunkt des Abends. Pfarrer Ulrich Brates hatte gemeinsam mit Schulkantor Siegfried Schmidgall einen Abend vorbereitet, der als Konzertabend in lebhafter Erinnerung bleiben wird. Neben einem kurzen Vortrag musizierten das Potamicus Ensemble unter Leitung von Gabriele Heß und Gastmusiker Werke der Renaissance und stellten typische Instrumente vor, die zu Luthers Zeiten das musikalische Leben der Menschen bestimmten. Instrumente, die aufgrund ihres geringen Tonumfanges oder ihres begrenzten Klangvolumens mit Aufkommen der Polyphonie und wachsenden Ansprüchen der Musiker im 17. Jahrhundert mehr und mehr verschwanden, werden von Ensembles alter Musik in unserer Zeit ebenso wiederentdeckt wie Werke aus Luthers Zeit, die in beliebiger Besetzung heute wieder die Zuhörer erfreuen. Gemshorn, Zink, Dulcian, Gambe, Flöte waren daher auch die Instrumente, die viele Zuhörer zum ersten Mal aktiv erleben durften. 

Im zweiten Teil standen geistliche Lieder von Martin Luther im Mittelpunkt, die von Ulrich Brates inhaltlich und entstehungsgeschichtlich vorgestellt und von Siegfried Schmidgall (Orgel), Irene Wiegmann-Kellner (Zink) und Lisa Stark (Gesang) musikalisch ausgedeutet wurden. Martin Luther sprach den Zuhörern aus der Seele, die sichtlich berührt den Abend nachklingen ließen: „Es fließt mir das Herz über vor Dankbarkeit gegen die Musik, die mich so oft erquickt und aus großen Nöten errettet hat."

Noch ein Tipp:

Der dritte Vortrag der Reihe findet am Di, 14.11. um 19.30 Uhr statt - Herzliche Einladung dazu!

Arbeit als Berufung - Die Reformation und ihre wirtschaftlichen Impulse für Arbeitswelt und Wirtschaft

mit Karin Degner, Unternehmerin, Überlingen

Dr. Dieter Heidtmann, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA), Evangelische Landeskirche in Baden

Heinrich Holl, Elektromeister, Constellium GmbH, Singen

19.30 Uhr Evangelisches Gemeindehaus Gaienhofen (Hauptstraße 233)


Schnellzugriff